Kindheitsbilder (2013)

Eine szenische Erinnerungsmanufaktur

In ihrem Roman Kindheitsmuster stellt sich die Autorin Christa Wolf die einfache und vor dem Hintergrund ihrer eigenen Kindheit während des Dritten Reiches zugleich schwierig zu beantwortenden Frage: „Wie sind wir so geworden, wie wir heute sind?“ Dieser selbstreflexive und zugleich poetische Blick auf die eigene Kindheit war Ausgangspunkt für das Projekt Kindheitsbilder. Dabei ging es nicht um die Dramatisierung des Romans, sondern diente dieser vielmehr als ‚Brennglas’ für die Perspektive auf die eigene Kindheit der DarstellerInnen.

Durch die Gegenüberstellung zweier Generationen ist zugleich die Frage nach dem Blick auf Kindheit und dessen Verschiebung gestellt: Wie verändert sich das Erinnern an diese Lebensphase und wie hat sich diese inzwischen selbst verändert?

Verstärkt sich mit zunehmender Zeitspanne zwischen Gegenwart und Kindheit auch die emotionale Aufladung dieser? Und wie ändern sich die Formen des Erinnerns, des Sprechen und der Bilder darüber? Zu sehen ist auf der Bühne ein gegenseitiges Vorführen und Gegenüberstellen der jeweiligen Erinnerungskonstruktionen – keine dramatische Behauptung einer fiktiven Wirklichkeit, sondern vielmehr die Fiktion der ‚wirklichen’ Erinnerung wird aufgeführt.

„Kindheitsbilder“ ist eine biographische Stückentwicklung der AWO-Seniorentheatergruppe „Die Entfalter“ in Zusammenarbeit mit der Regelschule „Friedrich Schiller“ am Theater Rudolstadt.

Darsteller*innen
  • Anne Häußler
  • Gisela Hennersdorf
  • Dietrich Höhne
  • Walter Jarosch
  • Eva Krüger
  • Jutta Kühn
  • Christiane Kühne
  • Sibylle Richter
  • Margarete Rosenbusch
  • Anatol Schellenberg
  • Jasmin Schertling
  • Linda Unrein
  • Renate Walter
Regie Matthias Spaniel & Thea Kneisel
Ausstattung Johanna Fischer (Kunstwerkstatt Rudolstadt)
Licht Fridhart Halm
Video Volkmar Knoch (volxfilm)
Technik Manfred Kolb, Frank Seller
Produktion Petra Rottschalk (Stadt Rudolstadt)
Premiere 21.06.2013, Großes Haus des Theaters Rudolstadt
Aufführungsfotos Peter Scholz